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40 Jahre Reit-Therapie-Zentrum Weisser Bogen e.V.

40 Jahre Reit-Therapie-Zentrum Weisser Bogen e.V.

Am Sonntag dem 18.Sept.2011 feiern Mitglieder, Vorstand und liebe Gäste das 40-jährige Gründungsjubiläum des gemeinnützigen Vereines und freuen sich auf Ihre Teilnahme.

Familie Hildegard und Willi Rottscheidt öffneten ihren fränkischen Hof 1971 für die Einrichtung eines Reit-Therapie-Zentrums. Inzwischen ist eine neue Mitgliedergeneration herangewachsen und hat die Verantwortung übernommen für die von den Gründungsmitgliedern 1971 in der Satzung festgelegten Ziele, das Therapeutische Reiten nach den Richtlinien des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten bereitzustellen und mit lizenzierten Übungsleitern durchzuführen.

Bereits 1972 wurde der Verein auch für nichtbehinderte Reiter erweitert, da der Betrieb eines ausschließlich auf das Therapeutischen Reiten ausgerichteten Vereines den integrativen Charakter vermissen ließ und auch wirtschaftlich nicht praktikabel war.

SpatenstichSo stellt sich die 40-jährige Geschichte des Vereines sehr bewegt dar. In der Aufbauphase beschäftigten den Vorstand die Verhandlungen mit der damals noch selbständigen Gemeinde Rodenkirchen, den Liegenschaftsämtern, Geldgebern, Bauämtern, und dem Finanzamt zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Die Hippotherapie, das Heilpädagogisches Reiten und das Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung wurde von den Gründungsmitgliedern im Team mit Orthopäden Dr. Jürgen Eltze, Krankengymnasten Jutta Pieck/Irmgard Zwinscher, Pädagogin Trude Meuser und Reitwartin Helga Vogel begonnen mit den ersten Pferden, einer vom Elternverband spastisch gelähmter Kinder (Rodenkirchen-Sürth) und des Förderkreises Rodenkirchen gespendeten Norwegerstute "Chou-Chou" und einem von der Gemeinde Rodenkirchen finanzierten Pferd "Chico". Der Pferdebestand des Vereines wuchs auf sechs und 1975 konnte der Reitbetrieb aus der Scheune in eine 20 x 40 Reithalle verlegt werden. Eine erstmals in Deutschland ausgeschriebenen Pferdeleistungsschau der Kategorie C wurde als erste Großveranstaltung im Sept.1975 ausgerichtet, an der uneingeschränkt Reiter mit Behinderung teilnehmen konnten. Dieser im Verbandsorgan des Deutschen Kuratoriums für therapeutisches Reiten veröffentlichte Erfolg regte viele Vereine mit behinderten Reitern zur Nachahmung an.

Die Aktivitäten der Vereinsmitglieder haben das Reit-Therapie-Zentrum Weisser Bogen e.V. über Köln hinaus bekannt gemacht. Dieses konnte nur verwirklicht werden durch die engagierte Mitarbeit vieler nichtbehinderter Mitglieder in Vorstand und Reitbetrieb des Vereins, der schnell bis auf 350 Mitglieder angewachsen war. Mit inzwischen 10 vereinseigenen Pferden und über 30 Privatpferden entwickelte sich auf dem alten fränkischen Hof reger Betrieb. Dankeswerter Weise ist Familie Rottscheidt jeder Bitte um Unterstützung durch Einsatz der landwirtschaftlichen Maschinen und in der Pflege der Vereinspferde nachgekommen.

Der Verein fungiert als vom Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten anerkannter Betrieb für alle drei Bereiche des Therapeutischen Reitens. Die Voltigierabteilung war sehr bald unter bekannten Voltigierlehrerinnen auf 60 -70 Jugendliche des Kölner Südens angewachsen, und wird heute von Uschi Frier-Schmermbeck in selbständigem Verein auf einem Nachbarhof weitergeführt. Im Turniersport haben viele Mitglieder erste Platzierungen auf den jährlichen Heim - und bei Auswärtsturnieren erringen können. Inzwischen ist der Hof der Vereinsmitbegründer Willi und Hildegard Rottscheidt auf den Sohn Georg Rottscheidt übergegangen, der Vereinsvorsitz von jüngeren Mitgliedern übernommen worden. Die Arbeitskreise im Therapeutischen Bereich werden von Physiotherapeutin Regina Theilen, dem Arzt Dr. Jürgen Eltze mit Übungsleiterin Janina Boysen und Reitlehrerin Ursula Schmidt geleitet. Für den Ehrenvorsitzenden Dr. Jürgen Eltze, dem die Medizinische Leitung des RTZ weiterhin obliegt, ist es ein Beruhigung zu sehen, dass in der jetzigen Generation so viele Ehrenamtsträger und aktive Mitglieder den Verein engagiert organisieren und nichtbehinderte Reiter, sei es als Privatreiter oder Schulreiter, sich für die Belange des Therapeutischen Reitens einsetzen.

In den 40 Jahren seines Bestehens hat das RTZ Weisser Bogen e.V. in echter Teamarbeit und mit der dankenswerten Unterstützung aller Mitglieder, Gastmitglieder und fördernden Mitglieder Prinzipien der drei Teilbereíche des Therapeutischen Reitens erarbeitet und angewendet, sowie Kenntnisse und Erfahrungen an einen großen Interessentenkreis in wissenschaftlichen Publikationen vermittelt.

Aber nicht nur das Therapeutische Reiten und das Voltigieren ist eine dominierende Leistung des RTZ, auch die Gemeinschaft der Schul- und Privatreiter sowie die Jugendinitiative schaffen eine Atmosphäre mit vielseitigen Interessen um das Pferd. Leider läßt das Umfeld des RTZ im Weisser Bogen des Rheines das von einigen Mitgliedern gepflegte Fahren nicht zu. Der Verein mit 10 eigenen Pferden, 45 Privatpferden und 350 Mitgliedern und Förderern wird heute durch die Juristin Andrea Hanquet, 2. Vorsitzende, Pferdewirtin Ursula Schmitt und Schatzmeister Achim Korres geleitet.

Wir freuen uns sehr auf die Ausrichtung des 40jährigen Jubiläums am 18. September 2011. Wir beginnen mit einem ökumenischen Gottesdienst, einem anschließenden Empfang und beschließen den Feier-Tag mit einer märchenhaften Aufführung unter Beteiligung von Mensch und Tier in der Reithalle. Das Programm spiegelt das Engagement der neuen Generation und die hohe Wertigkeit der Inklusion behinderter Menschen in unseren Vereinsalltag wider und festigt den Glauben an den Refrain eines gerne gesungenen Liedes "Aber eins das bleibt besteh`n, das RTZ wird niemals untergeh`n".

Dr. Jürgen Eltze

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