Wettbewerb für Menschen mit Behinderung im Reit-Therapie-Zentrum. Auf dem Pferd holen sich die Reiterinnen und Reiter die wichtigen Erfolgserlebnisse.

VON LISA KOCH

Weiß - "Ich bin aufgeregter als er", stellt Christian fest, als er sein Reitpferd Miko zu der Aufsteigehilfe führt. Genau wie die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen hat er sich für das Turnier des Reit-Therapie-Zentrums (RTZ) Weißer Bogen e.V. richtig schick gemacht. Strahlende Gesichter blicken sich vom Sattel aus neugierig zu den Zuschauern und dem aufgebauten Parcours um.

Quelle: Kölner Stadt Anzeiger

Wettbewerb für Menschen mit Behinderung im Reit-Therapie-Zentrum. Auf dem Pferd holen sich die Reiterinnen und Reiter die wichtigen Erfolgserlebnisse.

VON LISA KOCH

Die beiden sind ein eingeschworenes Team: Reiter Christian steigt auf Miko. Sobald er im Sattel sitzt, verfliegt seine Aufregung.

Weiß - "Ich bin aufgeregter als er", stellt Christian fest, als er sein Reitpferd Miko zu der Aufsteigehilfe führt. Genau wie die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen hat er sich für das Turnier des Reit-Therapie-Zentrums (RTZ) Weißer Bogen e.V. richtig schick gemacht. Strahlende Gesichter blicken sich vom Sattel aus neugierig zu den Zuschauern und dem aufgebauten Parcours um. Sie vergessen dabei für einen Moment fast, sich auf das Pferd zu konzentrieren. Aber das ändert sich schlagartig, als das Turnier mit dem Geschicklichkeitswettbewerb beginnt.

In verschiedenen Gruppen starten die Reiter und Reiterinnen mit geistiger oder körperlicher Behinderung und absolvieren die einzelnen Stationen - je nach Können - mit oder ohne Hilfe.

Vom Slalom über Trabstangen bis hin zu einer Pferdefachfrage ("Wo ist die Mähne vom Pferd?"), stellt der Parcours Anforderungen an die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Wer die Aufgaben in der kürzesten Zeit meistert, kommt bei der Siegerehrung auf den ersten Platz.

Gespannt warten die älteren Reiter und Reiterinnen auf die Verkündung des Gewinners. Der kleine Ben nimmt das Ganze eher locker und tanzt fröhlich in der Reithalle herum.

Eine Schleife, die Urkunde und Leckereien für die Pferde bekommen alle die mitmachen. "Es gibt keine Verlierer", sagt Jürgen Eltze, der medizinische Leiter des Therapeutischen Reitens, "weil Erfolgserlebnisse wichtig sind." Das betonen auch die Richterinnen: "Ihr wart alle super gut, aber zwei waren ein ganz kleines bisschen besser." Enttäuschte Gesichter gibt es bei der traditionellen Ehrenrunde nicht, dafür aber begeisterten Applaus vom Publikum.

Jonas reitet seit zwei Jahren und tritt in den Disziplinen Geschicklichkeit und Dressur an. Der 18-Jährige ist ziemlich nervös, bevor er auf Napoleon an den Start geht und bittet ums "Daumendrücken". Er reitet die Dressuraufgaben in den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp und ist stolz auf seinen zweiten Platz.

Das RTZ bietet regelmäßig Hippotherapie, heilpädagogisches Reiten und Voltigieren, sowie Reiten als Sport für Behinderte an. "Um die Behinderungen auf dem Pferd zu kompensieren, setzen wir verschiedene Hilfsmittel, wie Sicherheitssteigbügel und besondere Zügel ein", erklärt Eltze.

Zum Abschluss des Behindertenturniers beweist die Stute Nelly, dass sie sich auch als Voltigierpferd durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Die sechs kostümierten Mädchen und Jungen können zu Zirkusmusik auf ihrem Rücken knien und mit Reifen hantieren. Auch den Ball, der mal über sie oder zwischen ihren Beinen hindurch fliegt, nimmt sie gelassen. Man merkt, die Reiter fühlen sich wohl. Und als gegen Ende verkündet wird, dass der Kuchen jetzt umsonst sei, blitzen Jonas´ Augen auf. Für ihn ist der Tag perfekt.

 

Quelle: Kölner Stadt Anzeiger

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